Was passiert, wenn ein unscheinbarer Einladungslink zu einer Telegram-Gruppe der Schlüssel zu einem erschreckenden Vergewaltiger-Netzwerk ist? STRG_F-Reporterinnen Isabell Beer und Isabel Ströh recherchieren mehr als ein Jahr in diesem Netzwerk und entdecken eine Welt voller sexualisierter Gewalt, K.o.-Mitteln, krimineller Machenschaften. Sie gelangen in Telegram-Gruppen mit hunderten bis zehntausenden Mitgliedern - darunter auch Deutsche. Nutzer tauschen sich hier darüber aus, wie sie Frauen betäuben und vergewaltigen können, sie stacheln sich gegenseitig an und teilen Aufnahmen der mutmaßlichen Taten. Haben die Behörden diese Gruppen auf dem Schirm? Was passiert, wenn solche kriminellen Netzwerke unbemerkt bleiben? Die STRG_F-Reporterinnen steigen immer tiefer in das Netzwerk ein und kommen dabei Nutzern auf die Spur.
Hinweis: Bei 10:57 zeigen wir eine torkelnde Frau. Den Ton haben wir aus dem Englischen übersetzt und mit KI nachsprechen lassen.
Einen Tag nach Veröffentlichung des Videos meldete sich die Pressestelle von Telegram mit einer Ergänzung zu ihrem Statement: "Moderatoren, die mit KI- und maschinellen Lerntools ausgestattet sind, überwachen proaktiv öffentliche Teile der Telegram-Plattform, um Inhalte zu entfernen, die gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen. Jeden Tag werden Millionen von schädlichen Inhalten entfernt."
📄 Recherchedokument zum Film: https://docs.google.com/document/d/1G...
Ein Film von Isabell Beer und Isabel Ströh
Mitarbeit: Lia Gavi, Mette Marit Olsson, Charlotte Bogo, Armin Ghassim, Marie Blöcher, Antonius Kempmann, Frank Jahn
Kamera: Isabel Ströh, David Diwiak, Henning Wirtz, Sven Wettengel, Isabell Beer
Schnitt: Marc Peschties
Grafik: Benjamin Rosentreter
Mischung: Markus Baier
Endfertigung: Maximilian Klein
Redaktion: Anna Orth, Lutz Ackermann
__________
Anlaufstellen & Tipps für Betroffene:
Lara e.V. https://ko-tropfen-nein-danke.de/ko-t...
Kein Opfer e.V. http://www.ko-ev.de/
Weisser Ring e.V. https://weisser-ring.de/tipps-gegen-k...
Hilfsdatenbank des ”Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe”, Liste von Hilfsorganisationen in Deutschland https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de...
Anlaufstellen zur vertraulichen Spurensicherung (Terres des Femmes): https://frauenrechte.de/unsere-arbeit...
Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": https://www.hilfetelefon.de/
Tipps des Vereins M’endors pas: http://mendorspas.org/?page_id=1159 (übersetzt aus dem Französischen)
Falls du den Verdacht hast, Opfer eines Übergriffs mit K.o.-Mittel geworden zu sein:
• Bewahre das Getränk, Lebensmittel o.ä. auf, mit dem dir das Mittel verabreicht worden sein könnte
• Wenn möglich, sichere das mögliche K.o.-Mittel, z.B. Medikament, direkt
• Nimm eine Haarprobe: Betäubungsmittel verschwinden schnell aus Blut und Urin (innerhalb von Stunden bis Tagen, je nach den verwendeten Substanzen), können aber oft noch durch eine Haaranalyse nachgewiesen werden. Damit dies möglich ist, solltest du dein Haar nicht schneiden, färben oder bleichen.
#Netzwerk #Telegram
__________
Ihr habt Themenvorschläge? Schreibt uns an: strg_f@ndr.de
Ihr wollt nichts verpassen?
💌 Abo: https://bit.ly/2SKo6UH
📸 Instagram: Instagram: strg_f
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Wir gehören auch zu #funk! Schaut da mal rein:
YouTube: @funk
Instagram: Instagram: funk
TikTok: https://www.tiktok.com/@funk?lang=de-DE
Website: https://go.funk.net
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Hinweis: Bei 10:57 zeigen wir eine torkelnde Frau. Den Ton haben wir aus dem Englischen übersetzt und mit KI nachsprechen lassen.
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Ein Film von Isabell Beer und Isabel Ströh
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UPDATE IM FALL PELICOT // 19.12.2024
Das Gericht in Avignon (Frankreich) hat den Ex-Mann von Gisèle Pelicot in allen Anklagepunkten der schweren Vergewaltigung schuldig gesprochen. Dominique Pelicot wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Auch die 50 Mitangeklagten wurden schuldig gesprochen. Zusammengerechnet sind das mehr als 400 Jahre Haft.
Dominique Pelicot hatte die heute 72-jährige Gisèle Pelicot über fast zehn Jahre hinweg immer wieder mit Medikamenten betäubt, sich an ihr vergangen und sie Fremden auf der Website „coco.fr“, die inzwischen abgeschaltet ist, zur Vergewaltigung angeboten. Die Taten hatte er gefilmt und vor Gericht gestanden. Die Videos wurden zu einem wichtigen Beweismittel im Prozess, da Gisèle Pelicot von den Taten nichts mitbekam, weil sie bewusstlos war. Sie soll so etwa 200 Mal vergewaltigt worden sein.
Die Taten kamen erst ans Licht, als Dominique Pelicot im September 2020 festgenommen wurde, weil er im Supermarkt Frauen unter den Rock gefilmt hatte. Daraufhin fanden Ermittler Vergewaltigungsaufnahmen von Gisèle Pelicot auf seinen Geräten.
Neben dem Ex-Mann standen 50 weitere Männer vor Gericht. Sie sollen zum Tatzeitpunkt zwischen 21 und 68 Jahre alt gewesen sein. Von ihnen wurden fast alle wegen schwerer Vergewaltigung schuldig gesprochen. Ein Angeklagter wurde wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt, ein anderer wegen sexueller Aggression. Es gab keinen Freispruch. Die Ermittler vermuten noch mehr Täter, diese konnten jedoch nicht identifiziert werden.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.