Der NSU Typ 110 wurde zur IAA 1965 als Erweiterung der Modellpalette von NSU vorgestellt und zielte darauf ab, das Unternehmen in die untere Mittelklasse zu führen. Die Basis bildete der NSU Prinz 1000, jedoch mit deutlich verlängertem Radstand und größerer Karosserie, um mehr Platz und Komfort zu bieten. Der Name „Prinz“ wurde bewusst weggelassen, um das neue Modell von den bisherigen Kleinwagen abzugrenzen und ein gehobeneres Image zu vermitteln. Die Karosserie wurde um 27 cm verlängert, hauptsächlich im Frontbereich, was zu einem Radstand von 2,44 m und einer Gesamtlänge von 4 m führte. Das Raumangebot im Innenraum und das Kofferraumvolumen (490 Liter vorn, 60 Liter hinten) waren für die Fahrzeugklasse überdurchschnittlich. Optisch unterschied sich der Typ 110 durch rechteckige Scheinwerfer, eine große Frontzierblende und breite Rückleuchten vom Prinz 1000. Der Typ 110 verfügte über einen quer eingebauten, luftgekühlten Vierzylinder-Heckmotor mit obenliegender Nockenwelle (OHC), der über eine Duplex-Kette angetrieben wurde – eine für die Zeit fortschrittliche Lösung. Anfangs kam ein 1.085 cm³-Motor mit 39 kW (53 PS) zum Einsatz, ab 1966 folgte ein 1.177 cm³-Motor mit 44 kW (60 PS) in den Varianten 110 S und 110 SC. Die Motoren zeichneten sich durch sportlichen Klang und hohe Drehfreude aus, was dem Fahrzeug für seine Klasse bemerkenswerte Fahrleistungen ermöglichte. Das Fahrwerk wurde gegenüber dem Prinz 1000 weiterentwickelt: Vorn kamen Schraubenfedern mit Torsionsstab und längere Querlenker zum Einsatz, was den Fahrkomfort verbesserte. Die Hinterachse übernahm die Schräglenker-Konstruktion des Prinz 1000, jedoch mit längeren Federwegen. Scheibenbremsen an der Vorderachse waren zunächst nur gegen Aufpreis erhältlich. Die Lenkung wurde in den S-Varianten auf eine sich automatisch nachstellende Zahnstangenlenkung umgestellt. Der Innenraum wurde mit einem modischen Bandtachometer, einer Holzfurnierleiste und einem neuen Heizungs- und Belüftungssystem aufgewertet. Die sogenannte „Transair“-Heizlüftungsanlage ermöglichte eine effektive Belüftung des Fonds, indem der Heckmotor Frischluft ansaugte. Die Umbenennung des NSU Typ 110 in NSU 1200 erfolgte zur IAA 1967 im Zuge einer Modellpflege und einer generellen Straffung der Modellpalette durch NSU, bedingt auch durch die gleichzeitige Markteinführung des Ro 80. Dabei wurden die Modellbezeichnungen stärker an die Motorisierung angepasst: Aus dem Typ 110, der zuvor mit einem 1,1-Liter-Motor angeboten wurde, entstand der NSU 1200, der nun einen 1,2-Liter-Motor (1177 cm³, 40 kW/55 PS) erhielt. Im Zuge dieser Modellpflege wurden auch kleinere optische und ausstattungsbezogene Verbesserungen vorgenommen, etwa ein modernisiertes Armaturenbrett und Detailverbesserungen im Innenraum. Ziel dieser Umbenennung war es, die Modellbezeichnungen klarer und verständlicher zu gestalten, sodass sie die Motorgröße direkt widerspiegelten – ein Trend, der damals auch bei anderen Herstellern zu beobachten war. Die neue Bezeichnung „1200“ machte für die Kunden sofort ersichtlich, dass es sich um das Modell mit dem größeren 1,2-Liter-Motor handelte. Gleichzeitig wurde die Modellpalette übersichtlicher und die Fahrzeuge konnten besser gegenüber der Konkurrenz positioniert werden. Der NSU Typ 110 / 1200 war in den 1960er Jahren ein technischer Vorreiter in seiner Klasse. Besonders der fortschrittliche Motor, das großzügige Raumangebot, innovative Komfortdetails und die sportlichen Fahrleistungen machten ihn einzigartig im Vergleich zu anderen Modellen seiner Zeit.
NSU's, Renault R8, Simca 1000 (also Heckmotor-Fahrzeuge) in ähnlicher Zeit flogen konstruktionsbedingt allzu häufig in die Botanik, wenn nicht ausgesprochene Könner am Lenkrad waren. Ein Fiat 128 war moderner und hatte diesbezüglich mehr zu bieten, obwohl der NSU vermutlich solider gefertigt wurde. Die heissen NSU (TT/TTS) waren dafür in Bergrennen die Könige, abenteuerlich brüllende Exemplare, in bester Erinnerung. Auf der Strasse in unseren Gefilden fast immer in der Farbe orange. Schöne Erinnerungen...
Der 1200er war zwar die Weiterentwicklung zur unteren Mittelklasse, jedoch ging damit der Verlust von der legendären Straßenlage der Prinzen einher. Die barocken Ornamente auf dem Buk waren wohl Geschmackssache, ebenso die Rückleuchten, die bei den Prinzen ästhetischer waren. Trotzdem war der 110 bzw. 1200er ein Verkaufserfolg. Der Schwanengesang der Heckmotorwagen, von VW Typ I, Karmann Ghia, Typ II und Porsche abgesehen. Die Konstruktion eines zeitgemäßen Mittelklassewagens verursachte dem finanziell gesunden, schwäbischen Unternehmen NSU dann erhebliche Probleme, dazu noch die immensen Kosten für den Ro80 und den damit verbundenen Kulanzleistungen. NSU war dankbar, vom VW Konzern geschluckt worden zu sein. Arbeitsplätze gingen nicht verloren, im Gegenteil und der K70 brachte VW in ein neues, automobiles Zeitalter mit Frontmotor, selbsttragender Karosserie etc. Mit dem glücklosen DKW F103 war dann auch der Grundstein für die Wiederbelebung der Marke Audi gelegt, eine absolute Erfolgsgeschichte. Freilich mussten die Bezeichnungen NSU und DKW daran glauben, so erfolgreich sie auch weiland gewesen sind.
Ich hatte einen und war sehr zufrieden damit😊 der Türöffner musste zum Verriegeln nach vorn gedrückt werden.die Heizung fand ich auch sehr gut und mit Seitewind kam ich auch gut zurecht.
America has built some truly horrific cars (the Pinto came out this same year), but I have never, ever seen a new car drive in maneuvers like it had frame damage. That was truly scary to watch.
Auf dem mit autom. Kupplung habe ich meine "Automatikfahrstunden" absolviert, bei derAutobahnfahrt hat er aufgegeben😂 Mein Bruder hatte einen manchmal hatte ich ihn, bin ihn gern gefahren😂