SightCity Forum 2026: 3 Dinge, die dein iPhone wirklich kann: Wenn VoiceOver zu deinem Werkzeug wird

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Begrüßung & Vorstellung: Jürgen Fleger von ApfelFleger
Jürgen Fleger gründete 2010 die Firma ApfelFleger und hat seitdem viele hundert Menschen im Umgang mit iPhone, iPad und Mac geschult. Der Vortragstitel stand schon im Programm; als er ihn ausarbeitete, merkte er aber: Die eigentlich spannende Geschichte ist nicht die Technik selbst, sondern der Weg dorthin. Besonderheit des Vortrags: keine Folien, keine Bildschirmpräsentation – nur Erzählung.


Der Titel und sein wahres Thema: Was macht Technik mit einem Menschen?
Untertitel des Untertitels: „Eine persönliche Reise von peinlichen Hilfsmitteln zu selbstverständlicher Technologie." Fleger erklärt: Viele interessieren sich für Technik nicht wegen der Technik selbst, sondern wegen der Momente, in denen plötzlich etwas möglich wird, das durch Blindheit oder Sehbehinderung vorher schwierig war. Kein klassischer Technikvortrag mit App-Aufzählung, sondern drei kurze Geschichten aus seinem Leben.


Geschichte 1: Die peinlichen Hilfsmittel der Schulzeit
Mit 14 Jahren kam Fleger, zuvor vollsehend, an eine Sehbehindertenschule – neu, fremd, weit weg von zu Hause. Die dort bereitgestellten Hilfsmittel (ein großes Bildschirmlesegerät, ein höhenverstellbarer Schultisch, dicke „Pickellupen") empfand er als klobig und hässlich. Weil er mit 14 einfach normal sein wollte, benutzte er sie kaum – die Hilfsmittel fühlten sich für ihn wie ein Stigma an, nicht wie Unterstützung. Im ersten Zeugnis stand die Bemerkung „Jürgen benutzt seine Hilfsmittel nicht", die seine Eltern unterschreiben mussten.


Geschichte 2: Das Braille-Notizgerät an der Uni
Einige Jahre später, an der Universität, war Fleger schon erfahrener im Umgang mit Hilfsmitteln, aber auch blinder – Vergrößerung half nicht mehr. Als Antwort auf die Frage, wie er sich im Studium Notizen machen könne, bekam er ein elektronisches Braille-Notizgerät (etwa DIN-A4-groß, mit laut klackernden Plastiktasten). Er lernte, im Seminar leiser zu tippen, um nicht zu stören – und hatte zum ersten Mal das Gefühl: Das ist ein Werkzeug, mit dem ich etwas schaffen kann.


Geschichte 3: Der erste Mac und die Revolution in der Hosentasche
Jahre später, längst routiniert am Computer, arbeitete Fleger mit einem Kopfhörer im einen Ohr (Screenreader) und dem anderen Ohr beim Dozenten – auch das ein ständiger Kompromiss zwischen Technik, Abstürzen und Abhängigkeiten. Die große Veränderung kam mit seinem ersten Mac: Stolz, ihn eingerichtet zu haben, aber ratlos, wie er ihn um halb ein Uhr nachts wieder ausschalten sollte. Rückblickend erkennt Fleger: Alle drei Lebensphasen – der 14-Jährige, der Student, der Berufstätige – finden ihre Lösung heute gebündelt in einem einzigen Gerät in seiner Hosentasche.
Was ein Smartphone wirklich können muss
Für die meisten Menschen reichen ein paar grundlegende Funktionen: telefonieren, Nachrichten lesen und schreiben, Orientierung, Notizen machen. Zwei Beispiele aus dem Alltag: Als Fleger versehentlich eine Station zu früh in Duisburg ausstieg, löste ein Videoanruf per Smartphone binnen Sekunden ein Problem, das früher eine Katastrophe gewesen wäre. Und: Wo blinde Menschen traditionell sehr viel Gedächtnisleistung investieren müssen, entlastet ihn die Technik heute durch Diktierfunktionen, KI-gestützte Umwandlung von Sprachnotizen in Text oder To-do-Listen und sogar automatisch formulierte E-Mails.


Drei Kernbotschaften zum Mitnehmen
Man muss nicht alles am Smartphone können – ein paar wenige Funktionen reichen für den Anfang aus. Gute Technik schafft Platz im Kopf, dafür ist sie gedacht. Und: Ein iPhone ersetzt keine Fähigkeiten, sondern hilft, sie wieder zu nutzen – bei Orientierung, beim Festhalten von Gedanken, und dabei, entspannter durch den Tag zu gehen. Am Ende geht es nicht um Technik, sondern um Erleichterung im Alltag.


Publikumsfragen: Lernangebote, Android und Braillezeile
In der Fragerunde geht es um Lernmöglichkeiten bei ApfelFleger (auch online für iPad und Mac, beim iPhone aus didaktischen Gründen meist nur in Präsenz), um Android-Geräte (Bedienungshilfen und der Screenreader TalkBack existieren, Fleger empfiehlt aber aus eigener Erfahrung das iPhone-Ökosystem), um Punktschrift am iPhone über die virtuelle Braille-Tastatur sowie darum, wie man gleichzeitig telefonieren und Notizen lesen kann.


Weitere Informationen: https://sightcity.net/f032007 (https://sightcity.net/F032007)

Über die SightCity
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