Meersalz-Schock: Das macht Meersalz wirklich mit deinem Herzen

Küchenlabor

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Grobes Meersalz gilt als das bessere Salz: natürlicher, reicher an Mineralien, freundlicher zum Herzen. Der letzte Teil hängt aber nicht am Meer. In einem Versuch in den USA lag der obere Blutdruckwert nach einer Woche natriumarmer Kost im Schnitt acht Punkte tiefer als nach einer Woche mit viel Natrium — verglichen wurden zwei ganze Ernährungsweisen, nicht zwei Salzsorten. Was die teure Mühle dir zusätzlich verkauft, ist ein schöner Name. Das Wort, das wirklich zählt, heißt Jod — und es steht auch auf der günstigen Packung.

Das Natrium: Salz besteht zum allergrößten Teil aus Natriumchlorid, egal ob aus Meer, Bergwerk oder Saline. Weniger Natrium im Essen senkt im Schnitt den Blutdruck — im Crossover-Versuch (Gupta und Kollegen, JAMA 2023; finanziert von NIH/NHLBI, NCATS und American Heart Association) und in der Auswertung vieler randomisierter Versuche (Huang und Kollegen, BMJ 2020). Wie stark, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Das Jod: Deine Schilddrüse baut ihre Hormone aus Jod. Meersalz ohne Zusatz hat laut DGE nur wenig mehr Jod als gewöhnliches Salz ohne Zusatz; das Jod im Jodsalz wurde hineingegeben. BfR: „Wenn Salz, dann Jodsalz." DGE: höchstens sechs Gramm Salz am Tag, aus allem zusammen.
Die Etiketten: Himalaya, Ursalz, naturbelassen, grob — Wörter über die Herkunft, nicht über die Menge. Eine Laboranalyse rosa Salze aus Australien (Fayet-Moore und Kollegen, Foods 2020; finanziert von dem Forschungsunternehmen, mit dem mehrere Autoren verbunden sind) fand in der üblichen Streumenge keine nennenswerte Mineralquelle. Ein kleiner, vorläufiger koreanischer Versuch mit einem bestimmten Sonnensalz mit weniger Natriumchlorid zeigte bei älteren Heimbewohnern einen Vorteil beim Blutdruck gegenüber raffiniertem Salz — ein eigenes Salz, keine Aussage über jede Packung mit dem Wort Meersalz.

Der Test in deiner Küche: vierzehn Gramm Jodsalz in ein Schraubglas wiegen — zwei Gramm pro Tag fürs Salzen zu Hause, als Obergrenze und nicht als Soll (die Beispielportion der DGE, keine Therapie) — und eine Woche nur daraus salzen. Liegt nach einer Woche noch Salz im Glas, lagst du bei zwei Gramm am Tag oder darunter. Der häufigste Fehler kommt von Leuten, die es gut meinen: Sie tauschen den Jodsalzstreuer gegen eine edle Mühle ohne Jod — beim Natrium gewinnen sie nichts, beim Jod verlieren sie den Zusatz.

Nach diesem Video kaufst du Salz nicht mehr nach seiner Herkunft, sondern mit Jod — und salzt aus einem abgewogenen Glas.

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Hinweis: Dieses Video dient der Wissensvermittlung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer Blutdruckmedikamente nimmt oder wegen der Schilddrüse in Behandlung ist, bespricht Änderungen mit der Ärztin oder dem Arzt. Preise, Händler und Sortimente wurden nicht geprüft.

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Kapitel:
0:00 Der Ruf der Mühle
0:14 Die Woche aus der Versuchsküche
0:28 Acht Punkte zwischen Diäten
0:42 Der Druck am Herzen
0:56 Packung trifft Küchenwaage
1:11 Kristalle auf dem Abendbrot
1:27 Knacken verrät die Form
1:40 Natrium aus jeder Salzquelle
2:03 Was die Nieren regeln
2:22 Das Girokonto für Natrium
2:41 Viele Versuche, unterschiedliche Reaktionen
2:55 Kein belegter Infarktschutz
3:09 Was Salz wirklich liefert
3:21 Jod als Baustoff
3:31 Jod kommt durch Anreicherung
3:55 Die Grenze aus allen Quellen
4:07 Jod ersetzt keine Mengenbegrenzung
4:20 Herkunft sagt nichts zur Menge
4:33 Rosa Salz unter der Lupe
4:48 Das Sonnensalz aus Korea
5:07 Der Kauf war verständlich
5:25 Alles in einem Einkauf
5:50 Vierzehn Gramm ins Glas
6:21 Salzen nur aus dem Glas
6:53 Was nach einer Woche bleibt
7:05 Reste zurück und neu wiegen
7:21 Der Tausch ohne Jod
7:41 Tabletten und Schilddrüse
7:55 Mit Jod und abgewogen
8:11 Vom Etikett in den Körper
8:24 Lorbeerblatt in der Tasse